Es ist Montag. Das erste was beim Betreten der »Creative Drive-Lounge« auffällt – die Tische sind weg! Nicht ganz weg, aber sie haben ihren angestammten, blockierenden Platz in der Mitte des Raumes aufgeben müssen. Dort stehen nun nur noch Stühle. Aber die am besten auch so wenig wie möglich benutzen. Denn: »Am besten denkt es sich im Stehen!«
An den Rand der kreativen Schaffenszone gedrängt, steht der eine Tisch direkt unterm Fenster. Er ist beladen mit buntem Bastelmaterial, Luftballons, Legosteinen, Pfeifenputzern, Papp- und Papierschnipseln. Was daraus tolles entstehen wird, wagt an dieser Stelle noch keiner zu vermuten.
Im Laufe der zwei Workshop-Tage haben wir nämlich nicht nur die Agentur Dark Horse und einige ihrer Projekte kennengelernt. Wir haben uns auch nicht darauf beschränkt den Design Thinking Prosess theoretisch abzuhandeln. Wir haben ihn selbst gestaltet!
Hierfür benötigt man: Offenheit für neue Herangehensweisen, Empathie, Spaß an Improvisation und manchmal auch ein bisschen Mut.
Dies gilt nicht nur für die Warm-Ups [Lockerungsübungen zum »wieder-wach-werden« – sehr zu empfehlen!!], sondern insbesondere für öffentliche Spontan-Interviews vor den Toren des LuFo. Die Mitarbeiter von Elektro Pöttgens hätten wohl nicht schlecht gestaunt, wenn sie die lachenden Whiskey-Mixer im Innenhof beobachtet hätten. Aber es war ja Feiertag.
Im Mittelpunkt des Design Thinkings steht speziell bei Dark Horse, aber auch bei den Creative Drivern: der Mensch.
»Eine Zielgruppe hat keine Gefühle.« Daher ist es hilfreich seiner Zielgruppe eine Gestalt zu geben. Die Persona ist das Hilfsmittel, das es einem ermöglicht, ihre Wünsche und Bedürfnisse besser zu verstehen. Unsere heißt Antje. Aus Bildern bzw. aus Informationen, Daten und Befragungen schafft man das Gesamt-Bild der Persona. Antje ist 37. Sie ist alleinstehend, Heilerziehungspflegerin und hat einen Hang zum esoterischen. Sie mag asiatisches Essen, malt gern und hat einen großen Freundeskreis. Sie hatte Montag ein unvergessliches Aufwacherlebnis, bekam ein Überraschungsgeschenk und war bei Frisörin Miriam zu Gast.
Doch das Einfühlen in die Zielgruppe und das Erkennen ihrer Bedürfnisse ist erst der erste Teil. Die Brücke zu schlagen von diesem erforschenden zum entwickelnden Part – das ist die große Herausforderung! Auch hier kommen die Post-It’s zum Einsatz. Sie sind an jedem Punkt des Prozesses unheimlich hilfreich um Wissen zu vermitteln, Ideen zu verbinden oder sie erst mal einfach »loszuwerden«, um sie eventuell später wieder aufzugreifen. Bei der nachfolgenden Bewertung – jeder verklebt 3 Favoriten-Punkte – herrscht oftmals erstaunliche Einigkeit, welche Ideen zur Weiterentwicklung geeignet sind.
Das Werkzeug, das Lisa und Ioana uns in diesen Tagen an die Hand gegeben haben, wir uns sicher nicht nur an der ein oder anderen Stelle, sondern im gesamten Prozess begleiten. – Vielen Dank dafür! Uns hat’s gut gefallen! Antje auch.