Hört man den Begriff "Sonderfracht", denkt man an Atommüll oder Chemikalien. Man denkt an all das, was die Welt zu einem schlimmeren Ort machen könnte, oder diesen bereits bedeutet. Eine Überlegung und noch viel mehr eine Atmosphäre, die auch das Drehbuch zu dem gleichnamigen Kurzfilm "Sonderfracht" aufgreifen sollte. Es handelt sich um einen FIlm im Stil des Neo Noir, welcher sich in einer dystopischen Epoche der Überwachung und Unterdrückung im fiktiven Deutschland der 60er Jahre ansiedelt. In dem sozialkritischen Kammerspiel kehrt ein verbrauchter Mann, in Gedanken vertieft, Zuhause ein, um seiner Frau von einem Vorfall auf der Arbeit zu berichten, welcher es ihm unmöglich macht seinem Beruf als Müllmann weiterhin nach zu gehen.
Das Drehbuch von Matthias Mettenbörger war bereits zu Anfang des vergangenen Jahres fertig gestellt worden. Richtig ins rollen kam das gesamte Projekt jedoch erst, nachdem sich Peter Nottmeier als Schauspieler der Hauptfigur meldete. Mit ihm als Unterstützung gelang es schnell auch noch die Rolle seiner Frau mit einer Top-Schauspielerin zu besetzen. So zeigte sich die Berliner Darstellerin Lisa Adler bereit für den Dreh. Diese Besetzung war es, die der Produktion genügend Zug gab. Was zunächst noch eine Fantasie war, musste nun konkretisiert werden.
Das Set musste so perfekt wie möglich sein und die Kostüme optimal auf einander abgestimmt, damit die Illusion einer dystopischen Welt gelingen konnte. Das alles jedoch zu einem äußerst straffen Budget, welches keinen Platz für Fehler ließ. Zwar boten sich die Schauspieler pro bono an, doch kam man nicht um den Bau einer Kulisse, um alles so authentisch wie möglich zu machen. Das Problem sollte der Co-Produzent Daniel Rau lösen, der in dem Geschwister Louis Altersheim in Vossenack eine ausgezeichnete Location fand, zumal das Team des Hauses den Dreh so weit es geht unterstützen wollte und sogar alte Theaterwände zur Verfügung stellte, mit denen das Set genau so umgesetzt werden konnte, wie es auf den Zeichnungen des Storyboards geplant war. Bald war das gesamte Set von Miriam Schmalen in einem außergewöhnlichen Mix aus Retro und Science-Fiction eingerichtet worden.
Der Dreh begann im Juni 2011.
Das komplette Lovinwayne Team kam zum Einsatz. So übernahm Miriam Schmalen die Setleitung, David Querg die Produktionsleitung und Matthias Mettenbörger die Regie. Die Bilder wurden durch Piotr Kochalski, Shawn Bu (T7 Production) und Daniel Rau (Second Head Pictures) an den Kameras verwirklicht und für die Tonabnahme sorgte René Nicklaus (OnMetalReccords).
Gerade einmal 2 Tage dauerte es dank der hervorragenden Zusammenarbeit aus Schauspielern, Technikern und der Produktion, bis das geplante Material im Kasten war. Beziehungsweise auf den Compact Flash Karten der 3 Canon 5D Mark II Kameras. Dies bedeutete jedoch noch lange nicht Feierabend. Die Postproduktion begann.
Die Materialsichtung, so wie den ersten Schnitt des Filmes übernahm hier Daniel Rau. Nach der Fertigstellung dieser Version kam das Paket zurück in die Räume von Lovinwayne um den finalen Schnitt zu erfahren. Da kam eine unerwartete Nachricht von Übersee ins Postfach des Email-Programms. Die Komponistin für Film Musik Emily Appleton Holey (Appleton Music) bot ihre Unterstützung aus London an. Eine optimale Korrespondenz entstand, die dem Film immer mehr die Seele der Musik einhauchte. Nach einigen Absprachen zum neuesten Schnitt und der Optimierung des Soundtracks war es so weit. Mit der letzten Note des Stücks wurden auch die finalen Special-Effects und Farbstimmungen gesetzt.
Mit einem Jahr Produktionszeit und der Zusammenarbeit unzähliger Menschen, die an das Projekt glaubten, ist ein Traum war geworden. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle, die bei der Verwirklichung des Filmes geholfen haben.
Bereits am 01.02.2012 wird das Werk im Rahmen der Showtime die große Leinwand erblicken. Alle Interessierten sind herzlichst dazu eingeladen, ab 15 Uhr im Cineplex Aachen Platz zu nehmen und sich "Sonderfracht" sowie viele andere Kurzfilme der Fh Aachen zu Gemüte zu führen.